Zwischenbilanz im Praxistest

[LOGISTRA 3 / 2014] Die neun Sattelzugmaschinen, die bei Reinert Logistic im großen Lkw-Praxistest bestof9.eu im Einsatz sind, haben mittlerweile alle rund 200.000 Kilometer auf dem Tacho. Höchste Zeit fü̈r ein Zwischenfazit.

Neun Sattelzugmaschinen der sieben großen Hersteller über drei Jahre im Speditionsalltag bei Reinert Logistic – das ist bestof9.eu, Europas größter Lkw-Praxistest. Nach mittlerweile zwei Jahren und rund 200.000 Testkilometern je Fahrzeug wird es Zeit für ein Zwischenfazit. Und: Auch die ersten Meinungen der Fahrer sind gefragt. Immerhin sitzen die meisten nach den vierteljährlichen Fahrerwechseln schon im fünften oder sechsten Fahrzeug. Die zunächst ein wenig beunruhigend klingenden Nachrichten von Spannungsrissen in manchen Bremsscheiben erweisen sich als halb so schlimm. Dieter Roth vom Testpartner TÜV Süd beim Prüftermin auf dem Reinert-Betriebshof: „Ja, es sind kleine Risse an der Innenseite der Scheiben an der Vorderachse zu sehen. Aber sie sind noch so winzig und so gleichmäßig verteilt, dass sich eine Beanstandung noch nicht ergibt.“ Fahrer René Büst, der sich nach dem Wochenende für die nächsten zwei Wochen im Scania 440 AGR rüstet, wechselt derweil vorne rechts das Abblendlicht. Zum wiederholten Male, denn die Lampen des Scania schwächeln offenbar. „So alle drei Monate bin ich am Birnchen tauschen“, sagt Büst. Und davon sei keine Lampe ausgenommen. „Glücklicherweise geht das beim Scania relativ schnell.

Innen ist der Scania – wie übrigens die meisten der neun Kandidaten – noch top in Schuss. Die Sitze sind durchweg kaum angegriffen, die Polster nach wie vor straff. Büst lobt auch das „Driver Support System“ im Scania, das laufend seine Fahrweise bewertet und ihn mit Tipps zur Ordnung ruft, wenn er doch einmal müde wird. „Ich finde es extrem motivierend und richte mich auch danach.“

Als wesentlich einfacher strukturiertes Fahrzeug empfindet Fahrer Wolfgang Barsch den DAF, den er nun nach drei Monaten abgibt. „Da hat sich seit zwanzig Jahren nichts getan“, so Barsch. „Ein Auto ohne Höhen und Tiefen. Kaum Schwächen, aber auch keine richtigen Stärken.“ Am meisten nervt ihn – wie übrigens auch Wolfgang Bittner im Iveco –, dass die Fahrzeiten nicht ins Display übertragen werden. Schwacher Trost: In der neuen Euro-6-Generation können sowohl DAF als auch Iveco die Pausenzeiten einblenden. Fahrer Ralf Höhn, der gerade mit dem Volvo einläuft, hat dagegen ganz andere Probleme. Ein deutlich sichtbarer „Schmodder-Rand“ ziert seine Kabinenrückwand knapp über dem unteren Bett. „Da läuft Kondenswasser von der Standklimaanlage rein und macht mein Bett nass“, sagt Höhn. Die Klimaanlage habe er deshalb den ganzen Sommer nicht benutzt.

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