Erste Erkenntnisse

[Logistra 7-8/2013] Das erste Jahr im großen „bestof9.eu“-Vergleichstest ist vorüber. Zeit für eine Zwischenbilanz über Schäden, Auslastung und Verbrauch der getesteten Fahrzeuge.

Ein Jahr ist schnell vorüber – das zeigte sich auch bei unserem großen Lkw-Praxistest „bestof9.eu“. Dennoch lassen sich nach den ersten zwölf Monaten bereits einige fundierte Erkenntnisse über das Abschneiden der Fahrzeuge gewinnen. Immerhin haben die neun Trucks nun ein Drittel ihres Testlebens hinter sich. Die Lkw haben sich mit der Zeit einige Blessuren zugezogen. Dennoch lässt sich eine relativ positive, wenngleich noch vorläufige Schadensbilanz ziehen: Viele Bagatellen und nur wenig wirklich ernsthafte Schicksalsschläge sind unseren Kandidaten zugestoßen. Und das Schicksal meint es unterschiedlich hart mit dem Einzelnen, entsprechend mehr oder weniger „Faltenwurf“ im Blechkleid ist zu beobachten. Auch die Laufleistungen sind durchaus unterschiedlich – und zwar weniger bedingt durch abweichende Streckenverläufe als vielmehr durch Werkstattaufenthalte. Zwischen dem in dieser Hinsicht unauffälligen „DAF XF 105“ (154.000 Kilometer) und dem „Mercedes-Benz Actros“ mit Euro 5 (138.000 Kilometer) liegen immerhin gut zehn Prozent oder gut plus/minus fünf Prozentpunkte zum Flottendurchschnitt.

Lag der Actros mit Euro 5 noch bis einschließlich Dezember 2012 ganz oben auf Platz zwei der durchschnittlichen Monatslaufleistung, fiel er nun zum Einjährigen auf den vorletzten Platz zurück. Was ist geschehen? Während kleinere Unfälle normalerweise nur wenig auf die erzielbare Laufleistung durchschlagen, ereilte den Actros mit Euro 5 ein Ausfall der Einspritzanlage, der eine immerhin zweiwöchigen Werkstattaufenthalt nach sich zog. In zwei Wochen fahren die bestof9.eu-Lkw im Schnitt 6.000 Kilometer. Die fehlen dann natürlich auf dem Tacho. Der Ausfall zweier Einspritzdüsen bewog die Mercedes-Werkstatt dazu, gleich die ganze Common-Rail-Anlage auszutauschen. Lieferprobleme hätten dann zu der langen Ausfallzeit geführt. Als Ursache vermutet die Werkstatt verunreinigten Dieselkraftstoff, weshalb man auch gleich die Tankentlüftung entsprechend umbaute. Immerhin: Die Panne wurde auf Kulanz geregelt, samt CharterWay-Ersatzfahrzeug.

Mehrere Frontschäden
Ebenfalls einiges aushalten musste der „MAN 18.440“: Er erlitt gleich zweimal, und zwar kurz hintereinander, einen Frontschaden. Der größere mit seitlichen Schrammen bis hinter zum Palettenkasten ereignete sich im Februar durch das Abkommen von der Fahrbahn und einen längeren Intimkontakt mit der Leitplanke. Kaum waren vorne rechts Spoiler, Stoßstange und Scheinwerfer repariert, touchierte der MAN einen steinhart gefrorenen Schneehaufen, was abermals zum Zerbröseln der rechten vorderen Plastikteile führte. Diedurchschnittliche Monatslaufleistung des MAN litt dadurch jedoch kaum und blieb im Vergleich des Zeitraums bis Dezember in etwa gleich – ein Verdienst der schnell arbeitenden MAN-Werkstatt.


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