Fluchtpunkt 28 Liter

[Transport Nr. 23-24 vom 14 Dezember 2012] bestof9.eu-Zwischenbericht: Mittlerweile ist der erste Fahrer- und Aufliegerwechsel durchgeführt. Und schon tut sich was bei den Verbrauchswerten

Gut 60.000 Kilometer hat jeder der neun „bestof9.eu“-Lkw runter. Waren es zum IAA Zwischenbericht gut 40.000 Kilometer, also einmal um die Welt, sind wir jetzt bereits bei anderthalb Weltumrundungen – und das mal neun.

Die neun Trucks von sieben Marken ziehen ihre Bahnen bei der Spedition Reinert Logistics. Rekapitulieren wir kurz: Zum ersten Zwischenbericht lagen der „Actros“ mit Euro 6 von Mercedes-Benz und der „Premium“ von Renault praktisch gleichauf, was den Verbrauch angeht. Mit nur geringem Abstand von sechs Hundertstel Liter folgt der MAN als Nummer drei. Das waren die drei Kandidaten, die deutlich unter der 28-Liter-Marke blieben. Das Mittelfeld teilten sich mit Werten zwischen 28,5 bis 29,5 Liter der Iveco, der Volvo und der „Scania 420“ mit SCR-Einblasung.

Mit um die 30 Litern bildeten der „Scania 440“ mit AGR und der „DAF XF“ das Schlusslicht. Schon bei der Präsentation dieser Werte auf der dies jährigen IAA Nutzfahrzeuge in Hannover legten wir vom Transport-Test & Technik-Team großen Wert auf die Feststellung, dass es für eine wirklich objektive Rangliste noch viel zu früh wäre und all diese Daten mit entsprechender Skepsis zu betrachten seien.

Nun, nach zwei weiteren auswertbaren Monaten, vor allem aber nach dem ersten Fahrerwechsel, beginnen sich manche Verbrauchswerte zu verschieben, manche der Testkandidaten bestätigen aber auch ihren Trend.

Lob an die Fahrer

Die Fahrerwechsel fanden Anfang und Mitte August statt. Vielen Dank an dieser Stelle an die Fahrer von unserer (Redaktions-) Seite aus für die Kooperation,ohne die ein solcher Langzeittest nicht möglich wäre. Es ist uns durchaus bewusst, dass es viel verlangt ist, zum Beispiel als Nichtraucher in eine Raucherkabine zu wechseln. Jeder Fahrzeugwechsel ist mit Umständen, viel Umräumerei und möglicherweise verlorener Freizeit verbunden. Um wirklich vergleichbare Werte zu bekommen, ist der Fahrer- und Aufliegerwechsel jedoch eine Grundregel, die wir im Sinne eines sorgfältigen Tests durchziehen müssen. Auch der erste Glatteisunfall ist zu verzeichnen.

Mitte November „küsste“ der 420er-SCR-Scania die Leitplanke. Der Auflieger war auf reifglatter Straße ausgebrochen. Der Fahrer konnte ihn zwar wieder geradeziehen, jedoch verhakte sich der Unterfahrschutz rechts mit der Leitplanke, so dass der Zug auf ganzer Länge die Leitplanke entlangschrammte. Gott sei Dank nicht Schlimmeres, ein Werkstattaufenthalt für den 420er-Scania war aber unvermeidlich, da der Blinker der Zugmaschine und die Lampe rechts am Auflieger doch erheblich beschädigt wurden. Von allfälligen Lackierarbeiten gar nicht zu reden. Nach dem ersten Fahrerwechsel zeichnen sich schon ein paar Dinge ab, die wir grafisch dargestellt haben.

Am auffallendsten ist der starke Trend des Actros mit Euro 5 in Richtung 25-Liter-Marke. Natürlich haben wir da gleich bei dem Betreuer der „bestof9.eu“-Flotte Frank Peters in Neuenhagen nachgefragt, was denn da los sei. Und Datensammler Peters wusste zu berichten:

„Nee, das ist klar. Den Euro-5-Actros mussten wir da wegen eines Engpasses kurzfristig aus der Stammtour herausnehmen. Der fuhr wenig Gewicht und eine flache Strecke.“


Presseinformation als pdf downloaden.