Schnell, sparsam und viel Komfort

[Transport Nr. 6 / März 2017] Der „Volvo FH 460“ aus der bestof9.eu-Flotte schlägt sich auf der Transport-Testrunde prächtig. Und sammelt Punkte in der Sympathie der Fahrer: Sie bescheinigen dem Schweden beste Fahrbarkeit auch ohne Retarder.

Es ist nicht viel, was den bestof9. eu-Volvo, Baujahr 2014 vom aktuellen Modell unterscheidet: Der „alte“ hat noch Pumpe-Düse-Einspritzung, der neue Common-Rail. Ansonsten trägt der bestof9.eu-Volvo alle Attribute der aktuellen Volvo- FH-Baureihe. An I-Shift und I-See hat sich derweil nichts geändert, abgesehen von allfälligen Updates in der Software.

Allerdings: So gewichtig können diese nicht ausgefallen sein, zeigen doch auch die neuesten Versionen von I-See die gleichen blinden Flecken auf ihrer in der Cloud schwebenden Landkarte, wie unser Test-Objekt aus der bestof9.eu-Flotte. Als Chauffeur kam Renè Büst in die Transport-Testzentrale, ein Mann der ersten Stunde in Sachen bestof9.eu-Vergleich. Er war schon Fahrer in der ersten Staffel unseres Langzeit-Vergleichstests bei der Spedition Reinert und wechselte damals, wie seine Kollegen, durch alle sieben Marken.

Entsprechend gut kann er vergleichen. Und er verhehlt nicht, dass er ein Fan der skandinavischen Marken ist. Seitdem er den Volvo fährt, ist der seine Nummer eins, noch vor dem Scania und dem „Mercedes-Benz Actros“.

Fan-Kritikpunkte

Beim ersten Check durch die Kabine findet aber auch der Volvo-Fan ganz schnell Kritikpunkte: So sei anfangs die gesamte Elektrik „ziemlich schwachbrüstig“ gewesen. Erst ein Tausch der Batterien habe hier etwas längere Laufzeiten der integrierten Klimaanlage und des Kühlschranks gebracht. Renè Büst nutzt auch den auf der linken Seite im Hochdach fest eingebauten Fernseher ziemlich häufig. Kein Wunder – sein Auto ist mit dem drehbaren Komfort-Beifahrersitz ausgestattet, der hier wirklich einen entspannten Feierabend ermöglicht. Dass das alles einiges an Strom zieht, sollte aber die Batteriebänke vor allem in den Sommermonaten nicht in die Knie zwingen. Die Ausschaltpunkte von Kühlschrank und Klimaanlage sprechen Renè Büsts Meinung nach jedenfalls viel zu früh an. Die Kratzspuren an der Verkleidung der Beifahrer-Tür stören ihn auch: „Da schubbert die Rückenlehne vom Sitz dran, wenn er nach innen gedreht ist.“ Die Lehne steiler stellen würde helfen, ergibt aber eine unentspannte Sitzposition.

Letzter Punkt: Der Schalter für das elektrische Sonnen-Rollo sitzt unglücklich tief unten, links neben der Lenksäule. Dort – in der Nachbarschaft der Niveau-Schalter für die Luftfederung – gehört er nun wirklich hin. Das war es aber auch schon fast mit dezenten Hinweisen an die Konstrukteure und Designer in Göteborg. Halt: Die Standheizung! „die hält die Temperatur in der Kabine alles andere als einigermaßen konstant“, beschwert sich Renè Büst. Zuerst heize sie mächtig auf, dann lässt sie die Temperatur auf ungemütliche Werte fallen, um dann wieder übermotiviert „loszubollern“. Also: Eine weitgehend konstante Nacht-Temperatur – das sollte doch zu machen sein.

Mit Lob geizt Renè Büst auch nicht: Den Fahrerplatz mit dem steil stehenden Lenkrad findet er allererste Sahne, ebenso den Sitz. Bedienung? Alles okay. Obwohl: Das Fahrer-Bewertungssystem von Scania findet er besser.


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