Am Berg wird’s eng

[LOGISTRA 3/17] Nach dem kleinen DAF muss nun der kleine MB Actros im bestof9.eu-Einzeltest auf die LOGISTRA-Runde. Der Mercedes zeigt sich zwar sparsamer als der DAF, so richtig erfolgreich agiert aber auch der Benz-Zug auf unserer relativ schweren Strecke nicht.

Ist der kleine Motor besser als der große?“ Das herauszufinden war neben dem Wettbewerb der Marken ein weiteres Hauptmotiv des zweiten bestof9.eu-Flottentests. Angetreten waren neben der 450/460-PS-Klasse – üblicherweise mit 13 Liter großen Motoren dargestellt – auch zwei Doppelbelegungen mit je kleineren, nur 10,8 (DAF) und 10,7 Liter (Mercedes- Benz) großen Motoren.

Das Duell im Duell heißt also „DAF XF 460“ gegen „DAF XF 440“ und „Actros 1845“ gegen „Actros 1843“. Letzterer ist der Kurzname dieses Testkandidaten: des Actros Stream Space mit 10,7-Liter-OM 470-Motor. Bereits die Ergebnisse des kleinen DAF deuteten an, dass es schwierig werden würde für die kleineren Motoren. Einen Vorteil haben sie: Sie sind zwischen 150 und 170 Kilogramm leichter als ihre großen Brüder mit jeweils zwei Liter Hubraum mehr.

Aber: Sie konsumieren auch mehr Diesel und erreichen nicht das Tempo der großen Motoren, so jedenfalls die Hypothese. Aber stimmt das? Die Antwort fällt eindeutig aus. Für Manfred „Manne“ Borrack gilt das alles so erst mal nicht. Er habe da ja keinen Vergleich, bedauert der bestof9.eu-Fahrer der ersten Stunde. Für ihn ist sein 1843 in erster Linie einmal ein Actros und ein Mercedes, sein Favorit.

Kleine Kritikpunkte

Ihm ein paar Kritikpunkte aus der Nase zu ziehen, fällt schwer. In Sachen Kabine und Wohnkomfort fallen ihm die Vorhänge ein, die ein bis zwei Zentimeter zu kurz sind. Der Stoff ist super und lichtdicht, aber untenrum eben nicht. Manfred bemängelt die schmalen Fächer der Dachkonsole, vorm Beifahrersitz fehlt das Klapptischchen (Option). Das grüne Nachtlicht sei schon lange ausgefallen und außerdem zu dunkel, er behilft sich mit den abgedimmten Leselampen. Außerdem schalte der Actros ziemlich langsam am Berg. Ein Punkt, der uns noch näher beschäftigen soll. Beim Umsatteln weist Manne noch auf den knapp geschnittenen Arbeitssteg hinter der Kabine hin. Zu schmal, jedenfalls beim Kühlsattel mit raumgreifendem Stirnaggregat. Der Kühlzugchauffeur schiebt seinen Zug erst dann endgültig zusammen, wenn er seine Anschlüsse mit etwas Freiraum angestöpselt hat, Berufsgenossenschaft hin oder her. Auch die starr angeschraubten Seitenverkleidungen werden kritisiert.


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